ARD-Produktion „Sohn“: Das schlimmste, was Deutsches Fernsehen zu bieten hat

Gestern Abend kam noch eine Freundin vorbei, um sich mit mir einen Film anzusehen, in dem es um „Alleinerziehende und Pubertät“ in der ARD ging. Dies war zumindest die Vorabinformation auf deren Basis wir uns dann den filmischen Albtraum ansahen; besser durchquälten. Denn was uns da erwartete, war wirklich das abgrundtief peinlichste und schlechteste, was ich überhaupt je gesehen habe. Dagegen ist „Sharknado 2“ ein Filmkunstwerk mit Nominierungspotential.

„Sohn“: Der Fehlversuch einer kaputten Mutter-Sohn-Beziehung

Vorweg muss gesagt werden, dass der Film ein grundsätzlich zu diskutierendes Thema bearbeiten will: Die Überbehütung von Kindern. Um diesem dann noch etwas Glaubwürdigkeit anzuhaften, konstruierte man noch den Umstand des Alleinerziehens plus chronischer Erkrankung des Kindes (Asthma) dazu. Theoretisch hätte dies funktionieren können. Ein spannendes Beziehungsdrama zwischen Mutter und pubertierendem Sohn. Doch was sich die Macher dieses Films hier erlauben ist nicht nur unerträglich – es ist schlicht vollkommen überzeichnet und komplett unrealistisch. Jeder, der selbst Kinder hat, wird mir beipflichten. Dass der Filmsohn vollkommen verkorkst ist, hat sicher wenig mit dem Asthma des Jungen und noch weniger mit der Tatsache zu tun, dass die Mutter alleinerziehend ist. Die Schuld darin suchen zu wollen erscheint eher als Beleidigung aller Alleinerziehenden gegenüber, die in den allermeisten Fällen doch eher weniger Zeit haben, ihr Kind überzubehüten, als die klassischen Vorstadtmütter mit vollverdienendem Ehemann. Typisch mal wieder der überzeichnete, typisch deutsche Versuch von Schauspielkunst: Alle Figuren sind viel zu ernst, zu aggressiv, zu wütend. Im Theater der Antike sicherlich hoch gefeiert, wirkt die Darstellung im Jahre 2017 vollkommen daneben. Dabei können die Darsteller noch am wenigsten dafür. Sie alle brauchen das Geld und haben nur das umgesetzt, was ihnen vorgegeben wurde. Die Skript-Schreiber und Macher des Films jedoch wussten was sie taten – und dies noch finanziert.

Meine Freundin und ich überlegten gestern noch länger angestrengt, wer ein solches Filmprojekt wohl durchgewunken haben könnte. Die Tatsache bei Seite gelassen, dass der Film auch noch durch öffentliche Gelder finanziert laufen darf, ist das miese und grenzwertig perverse Drehbuch nur durch ein ebenso schlimmes Gedankengut des Schreibers zu begründen. Erfahrungswerte von Eltern mit pubertierenden Kindern wurden hier ganz sicher nicht wiedergespiegelt. So lässt sich das immerwährend gegenüber der Mutter brüllende und aggressive Verhalten eher durch eine grundlegende Störung (zu behandelnde) erklären, als durch zu viel Liebe der Mutter.

Die ehrliche Zusammenfassung einer filmischen Katastrophe

Daher hier noch einmal – exklusiv und brandheiß – die Ankündigung, die dem Film eher gerecht geworden wäre:

„Eine psychisch kranke Frisörin lebt mit ihrem gestörten, fast erwachsenen Sohn zusammen, der sich ihr gebenüber stets aggressiv und vulgär verhält. Die wenig cleveren Versuche ihrerseits, mit ihrem Sohn ins Gespräch zu kommen, werden von ihm wieder und wieder mit anzüglich-aggressiven Worten und einem sofortigen Abgang abgestraft. Im Laufe der Geschichte werden am Wohnort der Familie mehrere Frauen brutal vergewaltigt und umgebracht. Die Mutter, die ihren Sohn beim Sehen von Bondage- und SM-Pornovideos erwischt, verdächtigt sofort ihn als Täter. Die Tatsache, dass dieser bei jeder kleinsten Anstrengung einen fast tödlichen Asthmaanfall erleidet, scheint sie bei der Verdächtigung nicht zu irritieren und so beschließt sie schließlich ihm weiter nachzuspionieren. Als der Sohn auch bei weiterem Nachfragen immer aggressiver wird und sie sogar würgt, nimmt sie – nach wie vor in dem Wahn lebend, er wäre der Mörder der Frauen – von ihm innerlich Abschied. In einer weiteren Eskalation zwischen beiden hat er erneut einen Asthmaanfall und sucht sein Spray, welches die Mutter ihm, versteckt in ihrer Hand haltend, nicht gibt und dabei zusieht, wie er stirbt. Bei der Beerdigung kommt raus, dass der Mörder ein anderer war.“

Die Lehr von der Geschicht

Nachdem wir uns fast 1 ½ Std. durch den Film durchgequält hatten, fragten wir uns unwillkürlich: Und was nun? Was sollte uns das nun sagen? Sollte man aggressive Söhne und deren Mütter zukünftig besser im Auge behalten? Sollte man Alleinerziehende überhaupt besser im Auge behalten? Sollten alle Söhne Alleinerziehender und deren Mütter prophylaktisch behandeln? Sind am Ende alle Frisörinnen psychotische Mörderinnen?

Meine „Lehr“, die kenne ich zumindest: Schau Dir keinen deutschen Fernsehfilm mehr an. Danke.

1 Kommentar 7.9.17 11:00, kommentieren

Guy of the day: Keanu Reeves

Dem ein oder anderen jüngeren Kinobesucher wird Keanu Reeves eventuell schon nichts mehr sagen. Doch für mich war und ist er eine der wenigen, leisen Größen in Hollywood.



Entgegen vieler umtriebiger Kollegen, ist Keanu Reeves ein Mensch, der sein Privatleben schätzt und schützt. Man sieht ihn so gut wie nie auf Events, und wenn, dann nur, weil ein Promovertrag ihn dazu verpflichtet. Er spricht wenig, wirkt in Interviews schüchtern, fast ungelenk. Dafür erstrahlt er in einem äußerst sympathischen Licht der Bescheidenheit. Seine Kollegen und Kolleginnen schätzen ihn, jubeln ihn geradezu gen Himmel. Darunter Worte wie „… er ist so diszipliniert und arbeitet so hart an sich, wie sonst kein anderer.. „ (Charlize Theron) oder „… er ist ein komplett ehrlicher Kerl. Er sagt direkt was er denkt und was er will und genauso ist er zu allen anderen; fragt diese ständig, was er noch besser machen könnte...Das ist sehr, sehr selten in dem Business..“ (Sandra Bullock).



Man weiß sonst nicht viel über diesen Mann. Sein Privatleben unter Verschluss gehalten, werden seitens der Presse lediglich Vermutungen angestellt. Immer wieder werden ihm und Sandra Bullock eine Beziehung angedichtet. Angesichts der Chemie, die zwischen beiden herrscht, ist dies auch kein Wunder. Zusammen haben sie in „Speed“ und „Das Haus am See“ ein Traumpaar abgegeben – beide Male hätte man ihnen gewünscht, die Liebesgeschichte würde sich auch im realen Leben fortsetzen.

Neidisch?

Immer wieder machen sich Hollywood und Cineasten auf aller Welt über die Darstellungskünste Reeves lustig. Vor allem über seine Rolle in „Dracula“. Zu Unrecht, wie ich finde. Seine Darstellung in Filmen wie „Speed“ und „Sweet September“ belegen, dass der Mann zu weitaus mehr fähig ist, als man ihm zugesteht. Seine weniger flexible Mimik ist es, die immer wieder zur Sprache kommt. Jedoch gibt es genug andere Schauspieler mit ähnlicher „Problematik“, die man weit weniger dafür abstraft. Wie so oft vermute ich auch hier die wohl beliebteste Triebfeder für derlei Hetze: Neid. Keanu Reeves ist ein zweifelsfrei verdammt gut aussehender Mann. Wer zwei Mal hinsieht, wird in seinem Gesicht noch mehr erkennen: eine zarte Saite, eine gewisse Verletzbarkeit. Er ist sensibel und trotzdem ein echter Kerl. Und jetzt, wo er Mitte 50 ist, gewinnt er sogar noch an Attraktivität dazu. Seine Rollen sind nun deutlich härter (John Wick) und in Interviews wirkt er inzwischen auch wesentlich entspannter.



Ich hoffe auf jeden Fall, dass er sein Glück gefunden hat und gönne ihm seine Privatsphäre. Aber bitte, Keanu, hör bitte nicht auf uns mit guten Filmen zu versorgen!

2 Kommentare 2.6.17 11:42, kommentieren

Kabel Deutschland: Wenn die Leitung mal wieder tot ist

Seit ca. 10 Jahren bin ich nun mit meinem Festnetz-Internet-Anschluss bei Vodafone. Etwa 6 Jahre davon war ich eine höchst zufriedene Kundin – die Verbindung war perfekt und komplikationslos. Doch dann geschah etwas furchtbares: Kabel Deutschland und Vodafone wurden EINS.

Für Außenstehende möglicherweise ein Gewinn – für betroffene Kunden ein Desaster. Zumindest, wenn man sich – so wie ich – hatte überreden lassen, den Vertrag und die Leitung (ehemals über Vodafone) nun über Kabel Deutschland laufen zu lassen. Seit dem ist nichts mehr wie es war. Die friedvolle Win-Win-Situation mit meinem Router – Vergangenheit! Seit dieser Zeit habe ich unentwegt Störungen in der Leitung, Internetausfälle, Internet- und Telefonausfälle und immer wieder eine fast provokativ langsame Leitung. Auf der Website www.allestörungen.de findet man zu Hauf wütende Nutzer, die tagelang von jeder weltlichen Verbindung abgeschottet sind und schier verzweifeln. Eine dortige Statistik zeigt (je Kalenderwoche) die störanfälligsten Netzbetreiber – allein die letzten beiden Wochen zeigen Vodafone auf Platz 1 – wen wundert´s.



Gut 20 Prozent der Kundenhotline musste mich schon am Telefon gehabt haben. Und immer wurde sich bemüht und versucht zu helfen. Doch leider ändert dies nichts an der gruseligen Netzqualität, die offenbar über das „Kabel“ laufend stärkeren Schwankungen unterliegt. Geradezu verbrecherisch sind die angeblichen kbit/s, die Geschwindigkeit, die man als Kabel-Internetkunde erhalten soll. Lt. meinem Vertrag surfe ich mit 100.000 davon durchs Netz. Das dies nicht stimmen kann, zeigt der regelmäßige „Speedtest“, den man auf Vodafone machen kann.

Mit Kabel Deutschland – kein Notruf möglich

Alles in allem verliert Vodafone mit Kabel nicht nur massenweise Kunden. Betagtere Kunden mit einem Kabel Deutschland Festnetzanschluss müssen gar auf einen Hausnotruf verzichten. Der Hausnotruf dient als eine Art „Notknopf“, der von zumeist älteren Menschen am Arm befestigt betätigt werden kann, sollten diese hinfallen oder sich in einer anderen Situation befinden, in der sie sich selbst nicht mehr helfen können. Ist der Knopf einmal gedrückt, kommt entweder direkt ein Krankenwagen oder auch erst einmal eine benannte Person, die einen Schlüssel besitzt um nachzusehen.

Damit der Knopf einwandfrei funktioniert, muss im Haus der Person ein Gerät am Festnetzanschluss installiert werden. Selbstredend, dass der Festnetzanschluss zu 100 Prozent funktionieren muss, da sonst kein Notruf gesendet werden kann. Daher verwundert es wenig, dass die Anbieter der Hausnotrufe davor zurückschrecken, ein Gerät an einem Vodafone / Kabel-Festnetzanschluss zu installieren. Die Ausfälle sind zu hoch – die Gefahr, dass der Notruf im Zweifelsfalle nicht ankommt, zu groß.



Vertragsangebote über Störhotline

Wirklich bemerkenswert erscheint mir das unerschütterliche Selbstbewusstsein, mit dem die Mitarbeiter für technische Störungen am Telefon versuchen, neue Vertragsabschlüsse zu generieren. Und das, obwohl der zumeist aufgebrachte Kunde sicherlich gerade ganz andere Dinge im Sinn hat. Ich für meinen Teil habe natürlich bereits gekündigt – muss allerdings noch bis nächstes Jahr warten. Auch das wird mir sicherlich eine Lehre sein – kein Vertrag mehr auf 24 Monate.

2.6.17 09:05, kommentieren

Mit Erziehungsmaßnahmen den Terrorismus beenden

Aus aktuellem Anlass überschlägt sich die Presse mal wieder mit Berichterstattungen zum Terrorismus. Was in Manchester geschehen ist, ist leider kein Einzelfall mehr. Allein in diesem Jahr gab es schon 32 Terroranschläge zu verzeichnen. Derjenige, der die „Liste aller Terroranschläge“ auf Wikipedia pflegt, hat einiges zu tun.


Und als es gestern mal wieder eine Sondersendung nach der anderen zum Thema gab, ist mir etwas eingefallen. Es ist so simple und offensichtlich, dass es mich wundert, bislang noch niemanden öffentlich darüber reden gehört zu haben.

Negativem Verhalten keine Aufmerksamkeit widmen?

In der Erziehung von Kindern plagt man sich mit so einigen Ratschlägen anderer herum. Da gibt es gute, als auch auch weniger gute, radikale als auch sanfte Erziehungstipps. Nicht nur aus der eigenen Familie – jedes Jahr erscheint eine neue Schwemme an (nutzlosen?) neuen Erziehungsratgebern. Je höher die Bildung der Autoren, desto mehr ist man geneigt, ihnen zu glauben. Und auch ich war einer dieser Mütter, die sich anfangs an solchen Büchern orientiert hat.

Nach vielen Jahren Erfahrung jedoch zeigt sich recht deutlich, welche Erziehungsregeln sinnvoll und sogar wichtig sind, und was man getrost vergessen kann. Eine dieser sinnvollen Regeln ist es: Widme negativem Verhalten keine Aufmerksamkeit. Beginnen die Kinder zu schreien, zu zetern, jagt ein Wutanfall den nächsten? Man tut sich selbst und dem Kind den besten gefallen, in dem man der Situation so wenig Aufmerksamkeit wie nur möglich schenkt. Sie werden sehen, dass dieses Verhalten recht schnell zurück geht. Dagegen hilft es, positivem Verhalten eine besondere Aufmerksamkeit zukommen zu lassen, um die Kinder darin zu bestärken.

Natürlich ist dies manipulativ, und ich für meinen Teil habe es auch nicht immer und bei allem eingesetzt. Dennoch ist es ein probates Mittel, nicht nur in der Kindeserziehung. Auch bei Tiertrainern und Tierpsychologen ist dies ein sehr simples und gut wirksames Mittel, um schlechte Verhaltensweisen „auszutreiben“.

Doch was hat das alles mit Terrorismus zu tun? Wer nicht schon selbst drauf gekommen ist: Dies lässt sich zu einem gewissen Teil auch darauf anwenden. Wie?

Eine große Triebfeder für Attentäter ist mehr und mehr die mediale Aufmerksamkeit, die ihnen zu Teil wird, wenn sie einen Anschlag verüben. Denn das System ist immer das gleiche: Geschieht etwas schlimmes, berichtet die Presse. Geschieht etwas richtig schreckliches, überschlägt sich die Presse mit Berichten auf allen Kanälen. Geschieht jedoch etwas positives? Wenn man Glück hat, wird darüber in einem 200-Zeichen-Abschnitt am Rande einer Tageszeitung berichtet. Da müsste es schon Euros vom Himmel regnen, damit die Presse es als „sensationell“ genug einstuft, um darüber zu berichten. Ergo: Die Presse lebt von Negativnews und widmet diesen ihre gesamte Aufmerksamkeit. So wie wir auch. Die Medien haben uns gut erzogen, denn ehrlich gesagt erwarten wir in den Nachrichten genau das: Mord und Totschlag, Attentate, Raubüberfälle und – wenn alles gut läuft – vielleicht noch ein peinliches Statement eines Abgeordneten.

Eine besser Welt IST möglich

Und auch wenn dies fast zu einfach ist um es wahr werden zu lassen. Und auch wenn es nach verträumten Utopien klingt. Was wäre nur, wenn die Presse und wir den positiven Dingen in unserem Leben MEHR Aufmerksamkeit schenken würden, als den negativen? Was wäre, wenn die Rettung eines Kindes aus einer Grube mehr mediale Zuwendung erfahren würde, als der durchgedrehte Angestellte, der seinen Chef und dessen Sekretärin erstochen hat? Was wäre, wenn die Attentäter durch ihre negativen Handlungen keine oder kaum noch Aufmerksamkeit erhalten würden?
Ganz sicher müssten sich die potentiellen Attentäter einen anderen Weg suchen, wenn sie gehört werden wollten. Und da die Welt bis dahin darauf geeicht wäre, sich dem positivem mehr zuzuwenden, als dem negativen? Vielleicht würden die heutigen Terroristen statt mit Bomben, dann eher mit großen Partys, Einladungen und konstruktiven Gesprächen verhandeln. Vielleicht gäbe es eine völlig neue Sicht auf das Leben und dessen, was es einem jeden von uns wert sein sollte.
Vielleicht würde dies nicht nur die Terroristen verändern, sondern viele von uns.



Ich würde mich auf jeden Fall freuen, wenn dieser Gedanke, wie ein Pflänzchen in jedem von uns heranwachsen und die Welt ein kleines Stückchen verändern könnte.

24.5.17 12:22, kommentieren

Warum die Pressefreiheit eingedämmt werden sollte

Mir ist vollkommen klar, dass diese Headline alleine, würde sie die Titelseite einer großen, deutschen Tageszeitung zieren, von der geistigen Elite Deutschlands noch – ohne den Rest überhaupt gelesen zu haben – verrissen würde! Wie kann es sein, ein solch hart erkämpftes Recht, ein Grundrecht in unserer Demokratie, eindämmen zu wollen?

Die Antwort ist so schmerzlich simpel als auch wahr: Um Nachahmungen zu verhindern.

Die Katze, die sich in den Schwanz beißt

Seit Jahren schon beobachte ich einen beunruhigenden „Nebeneffekt“ der weltweiten Presse. Je schlimmer die Schlagzeile (Attentat, Terroranschlag, Misshandlungen etc.) desto stärker werden diese medial ausgeschlachtet. Da gibt es minütliche Ticker, Sondersendungen im Radio als auch im TV. Je grauenvoller die Tat, desto länger dauert das Dauerfeuer der Medien an, und desto weniger kann man sich diesem entziehen.

Der Nebeneffekt ist hierbei nicht etwa, dass es nervt. Das tut es so und so. Nein. Je stärker die Einzelheiten solcher Taten in die weite Welt hinausdrängen, desto wahrscheinlicher ist es, dass es daraufhin andere Menschen nachmachen; sich inspiriert fühlen.

Das wohl populärste Beispiel: Der Amoklauf an der Columbine High School 1999

Der Amoklauf bekam, noch lange vor dem 11. September-Attentat, die bis dahin wohl größte, weltweite Aufmerksamkeit. Menschen aus aller Welt waren bestürzt über eine solch unfassbare Tat. Die jedoch damals noch unabsehbare Folge war, dass sich anhand der detaillierten Beschreibung des Amoklaufs Jugendliche in der ganzen Welt angesprochen fühlten, Nachahmungstäter, die nun endlich ein (aus ihrer Sicht) adäquates Ventil für ihre Probleme und einen gangbaren Weg gefunden hatten. Danach folgten alleine in Deutschland in den kommenden sechs Jahren 6 ähnliche Attentate an Schulen.



Dabei ist nicht nur die Tatsache, dass weltweit verbreitete Einzelheiten des Massakers schlummernden Attentätern auf der ganzen Welt überhaupt erst den Anstoß geben, das schlimmste.
Viele Täter genießen den medialen Hype um ihre Person. Auch wenn dieser mit Schrecken verbunden ist und absolut negativ geprägt – für den ein oder anderen ist dies der größte Anreiz dabei: einmal im Mittelpunkt der Medien zu stehen.

Ein medialer Teufelskreis

Das dies nicht nur eine Einzelmeinung ist, bestätigte im letzten Jahr unlängst eine amerikanische Studie . Direkt nach der Berichterstattung einer Tat, erhöhte sich das Risiko für weitere Vorfälle direkt danach um 22 Prozent.

Selbst Margaret Thatcher plädierte bereits 1985 dafür, Terroristen den „Sauerstoff der Publizität“ zu entziehen. Trotzdem wird das Thema (logischerweise) weitestgehend von den Medien gemieden – denn was für die Opfer ein Horror, ist für die Medien ein gefundenes und notwendiges Fressen. Ohne große Headlines, keine Leser. Ohne Leser, keine Existenz.

Gesetzlich reguliert?

Henning Ernst Müller, Professor für Strafrecht und Kriminologie an der Universität Regensburg schrieb hierzu 2012 einen hoch interessanten, jedoch wenig beachteten Artikel, in dem er dafür plädiert, unter bestimmten Umständen die mediale Berichterstattung gesetzlich zu verbieten. Zitat: „… Nicht erst seit "Winnenden" besteht weltweit unter Kriminologen und Kriminalpsychologen beinahe übereinstimmend die Annahme, dass solche Anschläge verknüpft sind mit dem Bestreben der Täter, von der Öffentlichkeit wahrgenommen zu werden…“.

Ich finde, es ist an der Zeit, dass die Medien, die am meisten von solchen Massakern profitieren, beginnen, Verantwortung zu übernehmen.

3 Kommentare 23.5.17 11:24, kommentieren

Wladimir Klitschko und seine Frau: Wenn Größe keine Rolle spielt

Während letzten Samstag die halbe Welt vor dem Fernseher saß und gebannt dem Boxkampf der beiden Schwergewichte Vladimir Klitschko und Anthony Joshua folgte, tat ich genau dies auch. Also fast. Denn ich saß in einem Hotelzimmer, zusammen mit meiner Familie, mit der ich unser alljährliches „Familienwochenende“ verbrachte, und googelte ein wenig nach den beiden Hauptakteuren, während im Hintergrund mein Vater, seine Frau und mein Freund den Kampf nervös kommentierten.

Und als Klitschko dem Herausforderer einen ordentlichen Schlag versetzt hatte und dieser ins Taumeln geriet, erblickte ich zum allerersten Mal ein Foto von Klitschko und seiner Frau.



Man muss dazu sagen, dass seine Frau Hayden Panettiere auf diesem Foto bereits sehr hohe Absätze trägt. (!)

Wie kann dies funktionieren?

Die Tatsache, dass eine 1,53 m große Frau auf einen 1,98 m Hünen trifft und sich beide ineinander verlieben, erweckte meine Aufmerksamkeit. Nicht nur, weil die beiden zusammen optisch eine Jahrmarktsattraktion abgeben. Für mich ergaben sich so viele Fragen, die es unbedingt zu beantworten galt.

So stellte ich mir vor, mit welchen Rückenproblemen die beiden wohl in wenigen Jahren zu kämpfen hatten. Während Hayden ihren Kopf stets nach oben recken und strecken muss und vermutlich mit einem Bandscheibenvorfall im Halswirbelbereich zu kämpfen hat, würde Vladimir im Brustwirbelbereich mit hartnäckigen Verspannungen rechnen müssen. Und wie wohl die Küche der beiden aussieht? Für Hayden müssten die Platten natürlich entsprechend niedrig gebaut sein, während Vladimir die Küchenplatten fast in Haydens Körpergröße angelegt haben müsste, um nicht dauerhaften Rückenschaden zu nehmen.



Ferner fände ich es interessant zu erfahren, wie wohl die psychologischen Hintergründe für eine solch extreme Partnerwahl sind. Bei Hayden könnte man einen besonders ausgeprägten „Beschützt werden“-Instinkt vermuten. Denn wenn man als Frau – auch als normal Große Frau – einen solchen Mann an seiner Seite wähnt, hat man keine Feinde mehr. Das ist natürlich ein wohliges und stolz machendes Gefühl.
Und Wladimirs Wahl? Ein extremer Beschützer-Instinkt scheint auch bei ihm eine Haupttriebfeder zu sein, wenngleich ich ihm nicht unterstellen möchte, dass nicht auch andere Gefühle im Spiel sind.
Dennoch scheinen hier Instinkte zu greifen, die bei normalen keine solche große Rolle spielen.

Wo die Liebe hinfällt

Bei genauerer Durchsicht der vielen Fotos lässt sich allerdings erkennen, dass hier echte Liebe im Spiel ist. Nicht nur, weil beide recht gelassen und natürlich wirken. Hayden entspricht erfrischender Weise nicht den sonst üblichen Promi-Sport-Model-Luder-Image. Sie verdient ihr eigenes Geld und hatte bereits lange vor dieser Liaison eine Karriere. Das rückt auch Vladimir in ein recht interessantes und charakter-festes Licht, was man sonst bei vielen Profisportlern vermisst.

Insofern wünsche ich den beiden eine noch langandauernde und glückliche Beziehung! Ein Hoch auf die Liebe!

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