Timothy Treadwell

Leider habe ich einen gefährlichen Hang zu Männern, die früh verstorben sind. Alles fing im letzten Jahr und mit ihm an: Timothy Treadwell. Für alle geneigten Leser - dabei handelt es sich um den Grizzly Man: Ein eigenbrödlerischer Mitte 40iger, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, 13 Sommer lang die Grizzybären in Alaska zu begleiten. Alleine.





Ich bin auf ihn aufmerksam geworden, als ich eine Dokumentation von Werner Herzog über Klaus Kinski gesehen hatte und irgendwie Gefallen an Herzogs eigener Art des Filmens fand. Daraufhin lieh ich mir "Grizzly Man" aus. Immer wieder sah ich mir den Film an. Schockiert, traurig und gleichzeitig absolut und vollständig fasziniert. Vermutlich liegt es einfach an der Tatsache, dass das Filmmaterial, welches auch hätte gestern aufgenommen worden sein, suggeriert, der Mensch lebe noch. Wo ihn doch die lebensnahen Aufnahmen lebendig und bei bester Gesundheit zeigen. Man bringt das absolut aktuell aussehende Filmmaterial mit dem toten Zustand des Mannes innerlich nicht in Einklang. Ich konnte es jedenfalls nicht. Weswegen ich damals einen Song schrieb.

Obgleich die Dokumentation von Herzog stark tendenziös ist und Treadwell als selbstverliebten Ignoranten und Wahnsinnigen abtut, hatte der Film eine wundervolle Eigendynamik, welche den zum Teil verstörend schönen Selbstaufnahmen Treadwells zu verdanken ist.

2003, in seinem 13. Sommer, wurde er Opfer seiner eigenen Sehnsucht: Ein Bär fraß ihn und seine Freundin auf. Es klingt absurd und zynisch zugleich - wo er doch alles tat, um die Bären zu schützen.





Er war ein attraktiver Mann. Problematisch, vielleicht. Aber dies überschattete keinesfalls sein ehrliches und mutiges Engagement für die wilden Bären Alaskas. Ich wünschte, ich hätte von ihm damals schon gewusst....

12.5.14 22:14

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