Paul Walker

Paul Walker, der am 30. November 2013 in einem Porsche tödlich und sehr plötzlich verunglückte, war der zweite Mann, dessen Tod mich unangemessen stark mitgenommen hat. Ich weiß noch genau: Es war an einem Sonntag, als ich zu Besuch bei einer Freundin war. Sie erzählte mir ganz beiläufig von dem Tod des Schauspielers. Mir schossen unkontrolliert Tränen in die Augen. So etwas hatte ich noch nie zuvor erlebt. Was war nur los mit mir? Ich kannte den Namen zwar, und brachte auch noch ein Bild von ihm dazu, aber wenn ich ehrlich war: Mehr als einen Film hatte ich mit ihm nicht gesehen. Wirklich gekannt hatte ich ihn auf jeden Fall nicht. Und dennoch: Sein Tod rührte mich zutiefst an. Und nicht nur mich. Millionen von Menschen auf der ganzen Welt drückten ihre Trauer und Anerkennung und unzähligen Fanvideos, Songs, Bildern, Gedichten und sogar Trauermärschen aus. Es war fast so, als wäre ein großes Idol des 21. Jahrhunderts von uns gegangen. Ein Held, ein großer Mann. Stattdessen war es ein einfacher Kerl. Bodenständig, sportlich, nett. Keine Skandale. Kein Schmutz, der ihn nachträglich hätte angehaftet werden können. Er war der Junge von Nebenan. Der, für den man immer heimlich geschwärmt hat. Dessen Augen nicht lügen würden. Natürlich ist es verklärt so zu denken. Natürlich hatte Paul Walker auch Macken, wie jeder von uns. Aber er war ein ganz besonderer, einfacher Kerl. Spontan fühlte sich sein Tod für mich an, als hätte ich einen kleinen Bruder verloren. Einen Schutzbefohlenen, jemanden, auf den ich gefühlt hätte aufpassen müssen. Und dies, obwohl er zwei Jahre älter war als ich. Wieder schrieb ich mir meine Gefühle in Form eines Songs vom Leib.


PALEYDERFAL feat. YCL - Tribute to Paul Walker - MyVideo

Doch er, ausgerechnet dieser unauffällige, hübsche Amerikaner, gab mir die Hoffnung, dass es nach dem Tod noch etwas gibt. Die Vorstellung davon hatte ich schon fast abgeschüttelt. Dachte, danach würde sich das Licht ausknipsen. Kein Licht am Ende des Tunnels. Doch sein Ableben änderte meine Vorstellung unwiederbringlich. Und ich danke ihm dafür, für immer.

12.5.14 22:41

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