Ayrton Senna

Ayrton Senna, der Rennfahrer der Rennfahrer. Der schnellste Formel 1-Rennfahrer überhaupt. Der Publikumsliebling, der Gott, der Held Brasiliens. Einfach gesagt: Der Übermann.





Es war Januar 2014, als ich eigentlich im Internet nach Michael Schumacher suchte. Er hatte ja diesen schrecklichen Unfall, und ich wollte sehen, ob es ihm schon besser geht. Eigentlich eher aus einem rein menschlichen Aspekt, da ich weder ihn noch die Formel 1 zum damaligen Zeitpunkt gut kannte, noch mich damit groß beschäftigt hätte.

Im Rahmen der Suche nach ihm, stieß ich plötzlich auf Ayrton Senna. Das dazugehörige Foto im Internet ließ mich plötzlich stoppen. Der Wikipedia-Eintrag über ihn reichte aus, um mich bis 2 Uhr morgens gebannt vor dem PC sitzend mit ihm auseinander zu setzen. Ich klickte mich durch allerlei Seiten, las Interviews und landete schließlich auf youtube.

Mit Grausen und tatenlos musste ich zusehen, wie Ayrton mit seinem Rennwagen am 1. Mai 1994 in Imola tödlich verunglückte. Er war 34 Jahre alt. Die Welt stand still. Brasilien ordnete eine dreitägige Staatstrauer an. Die Trauer war ungewöhnlich und extrem groß. Man hatte fast den Eindruck, Jesus selbst wäre ein weiteres Mal gestorben. Es war komisch. Wieder brachte ich das relativ aktuell aussehende Filmmaterial mit der Tatsache, dass er Unfall schon 20 Jahre her ist, nicht überein. Ich hatte ständig das Gefühl, ich könnte noch etwas tun. Natürlich war es hirnrissig und mein Intellekt wusste dies auch. Aber mein Bauch sagte mir permanent etwas anderes.

Doch abseits meiner Empfindungen zu diesem Mann möchte ich ihn kurz beschreiben: Ayrton Senna war nicht nur ein genialer Rennfahrer (41 Siege). Er war extrem schnell und besaß ein außergewöhnliches Talent. Es lohnt sich wirklich, sich das ein oder andere Rennen mit ihm post mortem noch einmal anzusehen. Er tänzelt geradezu an seinen Konkurrenten vorbei.





Er war auch ein Mann mit herausragender menschlicher Größe. Er setzte sich stark für die Sicherheit der Formel 1 ein; nicht nur in Eigeninteresse - er war auch stets um die Sicherheit seiner Kollegen besorgt. Er lebte seinen Glauben an Gott offen aus, sprach darüber - auch in Interviews. Er sprach auch immer darüber, dass er noch sehr viel lernen müsse. Er war ein Familienmensch. Seine Natur eher zurückhaltend, nachdenklich, diszipliniert. Aber auch kämpferisch, ehrgeizig, herzlich, emotional und volksnah. Seine Bescheidenheit war legendär. Deshalb liebten ihn die Brasilianer auch so. Nicht nur, weil er zahlreiche Titel für ihr Land einfuhr - es war seine ganz spezielle Natur, seine liebevolle Art, seine Menschlichkeit.

All das machte ihn zu einem ganz Großen. Einem Mann, den Männer und Frauen gleichermaßen bewunderten und mochten. Noch heute gibt es überall auf der Welt Fanclubs - von den unzähligen Fan-Websites ganz abgesehen.

Ayrton hat bei mir einen bleibenden Eindruck hinterlassen, und dies, obwohl ich ihn erst 20 Jahre nach seinem Ableben "kennengelernt" habe. Ich wünschte, er hätte eine Zukunft gehabt. Die Chance auf eine Frau, Kinder, Enkelkinder; auf ein erfülltes, langes Leben. Doch ausgerechnet er wurde früher abgeordert, zurückgerufen. Ob dies Schicksal war? Ich weiß es nicht - aber ich wünschte, es wäre anders gelaufen....

14.5.14 21:22

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