Warum Arschlöcher am liebsten BMW fahren



Letzte Woche passierte es wieder: Ein riesiges, schwarzes SUV-BMW-Monster kam mit deutlich mehr als den erlaubten 60 km/h Sachen von hinten auf mich zugerast. Vor mir fuhr eine Fahrschule, deutlich langsamer, was mich dazu bewegte, zu bremsen und ebenfalls in das Tempo des Vordermanns einzusteigen.
Dies jedoch zu tolerieren, war mein BMW-fahrender Hintermann (natürlich) nicht bereit. Also fuhr er mir bis auf wenige Zentimeter auf, ließ die Lichthupe nicht mehr los und gestikulierte wild aber eindeutig in meine Richtung.
Daraufhin deutete ich auf den Vordermann, was der gute aber nicht verstand, da er diesen nicht erkennen konnte (vermutlich war er zu sehr von seiner Großartigkeit geblendet). Als er mich daraufhin immer noch weiter nötigte, kurbelte ich wütend das Fenster hinunter und zeigt ihm den Mittelfinger.
Zugegeben – dies war nicht sonderlich einfallsreich. Aber es befriedigte mich maximal und der Fahrer ließ sich daraufhin dann auch zurückfallen. Immerhin.



Dies ist nicht die einzige und wird auch nicht die letzte Begegnung mit rüpelhaften und dreisten BMW-Fahrern gewesen sein. Seit über 20 Jahren fahre ich jetzt Auto und immer wieder ist es das gleiche: BMW-Fahrer scheinen wichtiger, als alle anderen Autofahrer zu sein.

Warum BMW-Fahrer wichtiger als alle anderen Autofahrer auf der Welt sind

Da stellt man sich doch die Frage, warum? Warum glaubt ausgerechnet die Gruppe der BMW-Fahrer, dem wäre so? Worauf basiert diese schräge Annahme?
Am Preis des Wagens kann es nicht liegen. Schließlich gibt es weitaus teurere und auch wertigere Autos, deren Fahrer dieses Lebensgefühl nicht auf der Straße ausleben (müssen). Beispielsweise kann ich mich nicht an einen einzigen Porsche-Fahrer erinnern, der mich irgendwann mal auf der Autobahn weggedrängelt hätte. Genauso wenig reihen sich Jaguar, Ferrari oder Tesla dazu. Aber auch Fahrer mit weniger exotischen Marken, wie z. B. Mercedes-Fahrer wirken deutlich entspannter und können mit ihrem fahrenden Vordermann co-existieren, ohne ihm oder ihr mit aller vorhandenen Aggressivität zu verdeutlichen, dass sie sofort zu weichen haben.



Ein kleine Studie aus USA zum Verhalten von Verkehrsteilnehmern hat bereits belegt, dass die soziale Klasse einen Einfluss auf das moralische Verhalten hat. Man beobachtete das Verhalten von ca. 150 Autofahrern an einem Zebrastreifen. Paul Piff, Leiter der Studie an der University of California, stellte fest, dass nur die großen Wägen auffällig wurden. Wörtlich fügte er hinzu: „BMW-Fahrer waren die schlimmsten“.



Eine weitere durchaus erheiternder Auswertung veröffentliche kürzlich RP-Online. Thema: Welche Autofahrer haben am häufigsten Sex? Wenig erstaunlich: BMW-Fahrer befinden sich auf Platz 1!

Diese und andere Indizien sprechen für folgende Annahme: Die Fahrer von hochpreisigen BMW-Fahrzeugen haben offenbar einen Überschuss an Testosteron. An und für sich ist dies nicht schändlich. Denn wo viel Testosteron ist, ist auch viel Überlebenswillen und Kampfbereitschaft. Zumal agieren Männer mit einem „Mehr“ davon deutlich aktiver, impulsiver. Sind eher Macher als passiver Zuschauer. Das Testosteron war es schließlich auch, was über weite Strecken unsere evolutionäre Entwicklung vorangetrieben hat. Das Männer hat furchtlos jagen und kämpfen lassen, und das darüber hinaus dafür gesorgt hat, dass über einen damit in Zusammenhang stehenden gesteigerten Sexualtrieb, unsere Art nicht ausstirbt. Also – alles im grünen Bereich.

Doch in unserer zivilisierten und glücklicherweise auch sozialisierten Welt ist das Testosteron nicht mehr ganz so sexy, wie einst. Dennoch gibt es sie immer noch – die klassischen Gewinnertypen, die Geschäftsmänner, die Machtmenschen. Das Problem ist nur, dass sie ihr vorhandenes Testosteron nicht mehr wie einst auf der Steppe jagend, ausleben können. Ihr Potential beschränkt sich zumeist auf Sport, wechselnde Sexualpartnerinnen und riskante Geschäfte. Und da erstaunt es wenig, dass sie ihren Trieben beim Autofahren freien Lauf lassen wollen. Da, wo selbst der kleine Mann am Fließband laut die Sau raus lässt, und Frauen mit erhobenem Zeigefinger moralische Gesten schwingen.



Aber bei allen wissenschaftlichen und menschlichen Erklärungsversuchen bleibt am Ende dennoch Unverständnis. Unverständnis darüber, warum die (meisten) Fahrer von 70.000 Euro BMWs so viel Arschlochpotential besitzen.

19.4.17 11:52

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