Mit Erziehungsmaßnahmen den Terrorismus beenden

Aus aktuellem Anlass überschlägt sich die Presse mal wieder mit Berichterstattungen zum Terrorismus. Was in Manchester geschehen ist, ist leider kein Einzelfall mehr. Allein in diesem Jahr gab es schon 32 Terroranschläge zu verzeichnen. Derjenige, der die „Liste aller Terroranschläge“ auf Wikipedia pflegt, hat einiges zu tun.


Und als es gestern mal wieder eine Sondersendung nach der anderen zum Thema gab, ist mir etwas eingefallen. Es ist so simple und offensichtlich, dass es mich wundert, bislang noch niemanden öffentlich darüber reden gehört zu haben.

Negativem Verhalten keine Aufmerksamkeit widmen?

In der Erziehung von Kindern plagt man sich mit so einigen Ratschlägen anderer herum. Da gibt es gute, als auch auch weniger gute, radikale als auch sanfte Erziehungstipps. Nicht nur aus der eigenen Familie – jedes Jahr erscheint eine neue Schwemme an (nutzlosen?) neuen Erziehungsratgebern. Je höher die Bildung der Autoren, desto mehr ist man geneigt, ihnen zu glauben. Und auch ich war einer dieser Mütter, die sich anfangs an solchen Büchern orientiert hat.

Nach vielen Jahren Erfahrung jedoch zeigt sich recht deutlich, welche Erziehungsregeln sinnvoll und sogar wichtig sind, und was man getrost vergessen kann. Eine dieser sinnvollen Regeln ist es: Widme negativem Verhalten keine Aufmerksamkeit. Beginnen die Kinder zu schreien, zu zetern, jagt ein Wutanfall den nächsten? Man tut sich selbst und dem Kind den besten gefallen, in dem man der Situation so wenig Aufmerksamkeit wie nur möglich schenkt. Sie werden sehen, dass dieses Verhalten recht schnell zurück geht. Dagegen hilft es, positivem Verhalten eine besondere Aufmerksamkeit zukommen zu lassen, um die Kinder darin zu bestärken.

Natürlich ist dies manipulativ, und ich für meinen Teil habe es auch nicht immer und bei allem eingesetzt. Dennoch ist es ein probates Mittel, nicht nur in der Kindeserziehung. Auch bei Tiertrainern und Tierpsychologen ist dies ein sehr simples und gut wirksames Mittel, um schlechte Verhaltensweisen „auszutreiben“.

Doch was hat das alles mit Terrorismus zu tun? Wer nicht schon selbst drauf gekommen ist: Dies lässt sich zu einem gewissen Teil auch darauf anwenden. Wie?

Eine große Triebfeder für Attentäter ist mehr und mehr die mediale Aufmerksamkeit, die ihnen zu Teil wird, wenn sie einen Anschlag verüben. Denn das System ist immer das gleiche: Geschieht etwas schlimmes, berichtet die Presse. Geschieht etwas richtig schreckliches, überschlägt sich die Presse mit Berichten auf allen Kanälen. Geschieht jedoch etwas positives? Wenn man Glück hat, wird darüber in einem 200-Zeichen-Abschnitt am Rande einer Tageszeitung berichtet. Da müsste es schon Euros vom Himmel regnen, damit die Presse es als „sensationell“ genug einstuft, um darüber zu berichten. Ergo: Die Presse lebt von Negativnews und widmet diesen ihre gesamte Aufmerksamkeit. So wie wir auch. Die Medien haben uns gut erzogen, denn ehrlich gesagt erwarten wir in den Nachrichten genau das: Mord und Totschlag, Attentate, Raubüberfälle und – wenn alles gut läuft – vielleicht noch ein peinliches Statement eines Abgeordneten.

Eine besser Welt IST möglich

Und auch wenn dies fast zu einfach ist um es wahr werden zu lassen. Und auch wenn es nach verträumten Utopien klingt. Was wäre nur, wenn die Presse und wir den positiven Dingen in unserem Leben MEHR Aufmerksamkeit schenken würden, als den negativen? Was wäre, wenn die Rettung eines Kindes aus einer Grube mehr mediale Zuwendung erfahren würde, als der durchgedrehte Angestellte, der seinen Chef und dessen Sekretärin erstochen hat? Was wäre, wenn die Attentäter durch ihre negativen Handlungen keine oder kaum noch Aufmerksamkeit erhalten würden?
Ganz sicher müssten sich die potentiellen Attentäter einen anderen Weg suchen, wenn sie gehört werden wollten. Und da die Welt bis dahin darauf geeicht wäre, sich dem positivem mehr zuzuwenden, als dem negativen? Vielleicht würden die heutigen Terroristen statt mit Bomben, dann eher mit großen Partys, Einladungen und konstruktiven Gesprächen verhandeln. Vielleicht gäbe es eine völlig neue Sicht auf das Leben und dessen, was es einem jeden von uns wert sein sollte.
Vielleicht würde dies nicht nur die Terroristen verändern, sondern viele von uns.



Ich würde mich auf jeden Fall freuen, wenn dieser Gedanke, wie ein Pflänzchen in jedem von uns heranwachsen und die Welt ein kleines Stückchen verändern könnte.

24.5.17 12:22

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