Kabel Deutschland: Wenn die Leitung mal wieder tot ist

Seit ca. 10 Jahren bin ich nun mit meinem Festnetz-Internet-Anschluss bei Vodafone. Etwa 6 Jahre davon war ich eine höchst zufriedene Kundin – die Verbindung war perfekt und komplikationslos. Doch dann geschah etwas furchtbares: Kabel Deutschland und Vodafone wurden EINS.

Für Außenstehende möglicherweise ein Gewinn – für betroffene Kunden ein Desaster. Zumindest, wenn man sich – so wie ich – hatte überreden lassen, den Vertrag und die Leitung (ehemals über Vodafone) nun über Kabel Deutschland laufen zu lassen. Seit dem ist nichts mehr wie es war. Die friedvolle Win-Win-Situation mit meinem Router – Vergangenheit! Seit dieser Zeit habe ich unentwegt Störungen in der Leitung, Internetausfälle, Internet- und Telefonausfälle und immer wieder eine fast provokativ langsame Leitung. Auf der Website www.allestörungen.de findet man zu Hauf wütende Nutzer, die tagelang von jeder weltlichen Verbindung abgeschottet sind und schier verzweifeln. Eine dortige Statistik zeigt (je Kalenderwoche) die störanfälligsten Netzbetreiber – allein die letzten beiden Wochen zeigen Vodafone auf Platz 1 – wen wundert´s.



Gut 20 Prozent der Kundenhotline musste mich schon am Telefon gehabt haben. Und immer wurde sich bemüht und versucht zu helfen. Doch leider ändert dies nichts an der gruseligen Netzqualität, die offenbar über das „Kabel“ laufend stärkeren Schwankungen unterliegt. Geradezu verbrecherisch sind die angeblichen kbit/s, die Geschwindigkeit, die man als Kabel-Internetkunde erhalten soll. Lt. meinem Vertrag surfe ich mit 100.000 davon durchs Netz. Das dies nicht stimmen kann, zeigt der regelmäßige „Speedtest“, den man auf Vodafone machen kann.

Mit Kabel Deutschland – kein Notruf möglich

Alles in allem verliert Vodafone mit Kabel nicht nur massenweise Kunden. Betagtere Kunden mit einem Kabel Deutschland Festnetzanschluss müssen gar auf einen Hausnotruf verzichten. Der Hausnotruf dient als eine Art „Notknopf“, der von zumeist älteren Menschen am Arm befestigt betätigt werden kann, sollten diese hinfallen oder sich in einer anderen Situation befinden, in der sie sich selbst nicht mehr helfen können. Ist der Knopf einmal gedrückt, kommt entweder direkt ein Krankenwagen oder auch erst einmal eine benannte Person, die einen Schlüssel besitzt um nachzusehen.

Damit der Knopf einwandfrei funktioniert, muss im Haus der Person ein Gerät am Festnetzanschluss installiert werden. Selbstredend, dass der Festnetzanschluss zu 100 Prozent funktionieren muss, da sonst kein Notruf gesendet werden kann. Daher verwundert es wenig, dass die Anbieter der Hausnotrufe davor zurückschrecken, ein Gerät an einem Vodafone / Kabel-Festnetzanschluss zu installieren. Die Ausfälle sind zu hoch – die Gefahr, dass der Notruf im Zweifelsfalle nicht ankommt, zu groß.



Vertragsangebote über Störhotline

Wirklich bemerkenswert erscheint mir das unerschütterliche Selbstbewusstsein, mit dem die Mitarbeiter für technische Störungen am Telefon versuchen, neue Vertragsabschlüsse zu generieren. Und das, obwohl der zumeist aufgebrachte Kunde sicherlich gerade ganz andere Dinge im Sinn hat. Ich für meinen Teil habe natürlich bereits gekündigt – muss allerdings noch bis nächstes Jahr warten. Auch das wird mir sicherlich eine Lehre sein – kein Vertrag mehr auf 24 Monate.

2.6.17 09:05

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