Soziale Berufe: Die Superstars der Arbeitswelt?

Erzieher und Sozialpädagogen sind – man hätte es nicht für möglich gehalten – die am meist gesuchtesten und am aktuell schwierigsten zu besetzenden Stellen. Vor ein paar Jahren sah dies noch anders aus. Man erinnere sich an die Zeiten, als man insbesondere über arbeitslose Sozialpädagogen spottete. Der Berufswunsch per se legte bereits eine gewisse Bereitschaft für die Zu-Arbeit in der Gastronomie oder als Taxifahrer nahe. Und auch das äußere Bild eines sozial Engagierten hatte häufig einen Hauch von Birkenstock mit Öko-Frisur-Flair. Spätestens jedoch seitdem immer mehr Mütter nach einer Vollzeit-Betreuung für ihre Kinder verlangen und mit viel Karrierebewusstsein die Betreuungs- und Erziehungsarbeit gern in die Hände von Fachleuten legen, ist der Bedarf weitaus größer als das Angebot. Doch nicht nur Erzieherinnen oder Erzieher sind begehrt wie nie zu vor. Soziale Berufe im Allgemeinen gehören nun zu den gefragtesten unserer Zeit. Der Ausbau von Behandlungs- und Beratungszentren zu allerlei Themen in Deutschland zahlt sich nun aus. Es gibt kein Problem, für das es nicht gleichzeitig eine kompetente Beratung gibt.

Sozial = sexy

Die erhöhte Nachfrage hatte jedoch noch einen anderen „Side effect“: Menschen in sozialen Berufen sehen gut aus! Vergessen die Zeiten, als man die Damen und Herren auf 5 Meilen Entfernung anhand äußerer Merkmale hatte sofort erkennen können. Stattdessen sieht man die selbstbewussten Sozialpädagoginnen im kurzen Kleid mit Manolo Blahnik-Schühchen – äußerlich gleichauf mit jeder Bankerin, Wirtschaftsexpertin oder Agenturbesitzerin. Auch die männlichen Wohltäter unseres Landes zeigen sich inzwischen ungewohnt gepflegt, trainiert und können mitunter – zumindest äußerlich – als eine Casting-Alternative für Game of Thrones durchgehen. Das neue soziale Ich = sexy!



Wunschkonzert

Welche Auswirkungen dies hat? Von der äußerlichen Verwandlung ganz abgesehen, stechen sich potentielle Arbeitgeber zunehmend mit immer besseren Jobkonditionen gegenseitig aus. Wer sich heute als Erzieherin bewirbt, kann – je nach Träger - mit übertariflicher Bezahlung, zusätzlichen sozialen Leistungen und einer verkürzten Probezeit rechnen. Für diese Berufsgruppe entspricht die Jobsuche aktuell tatsächlich einem Wunschkonzert. Die freie Wahl zu haben, ist ein hohes Gut und trägt zu einer größeren Zufriedenheit in Arbeit und Beruf bei. Die Ingenieure der Soziallandschaft sozusagen.Letzens fragte man mich, ob ich nicht mehrere Stellenanzeigen für Erzieherinnen und Kinderpflegerinnen weiterleiten könnte, da sich in meinem Bekanntenkreis in der Tat so einige Weltverbesserer befinden. Doch als ich die Anzeige las, verwarf ich sie auch gleich wieder. Dieser Arbeitgeber hatte leider den „Schuss“ noch nicht gehört. Keine Extras, kein „Chinge-Bow-Wow“. Stattdessen Tarif xy mit 2 Jahren Befristung. So ändern sich die Zeiten…

24.5.19 14:49

bisher 1 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Mamamamama (25.5.19 06:52)
toller Beitrag! Du solltest vielleicht einen "Youtube"-Blog machen. Ich wusste immer dass Du ein Supermadel bist!

Love Mom

Bei dem Wort "Datenschutzerklärung " fehlt das z

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