Die Mir-geht’s-nicht-gut-Diät (Teil 1)

Schon seit einem Jahr stören mich gut 3 – 4 Kilo, die sich über die letzten Jahre heimlich und geradezu hinterhältig in meinen Körper geschlichen haben. Wenn man erst mal über 40 ist, kommen sie: ungefragt und auf leisen Sohlen. Natürlich kommen sie nicht von ungefähr. Denn zeitglich zu der immer schlapper werdenden Stoffwechsellage, gesellen sich mit Anfang 40 auch schon die ersten Hormonumstellungen mit (immer länger werdenden) Phasen von Fressanfällen und noch weniger Zeit für Sport und co. dazu. Kurz gesagt: Einer Gewichtszunahme scheint man (zunächst) kaum etwas entgegensetzen zu können.



Was also soll man tun, um das Schlimmste zu verhindern?
Natürlich ist es etwas übertrieben vom „Schlimmsten“ zu sprechen, wenn es darum geht, übergewichtig zu werden. Aber ganz ehrlich – wer will das schon. Wir alle wünschen uns doch, auch und gerade wenn wir älter werden, so lange als möglich attraktiv und gesund zu bleiben. Auf das Gewicht zu achten gehört daher einfach dazu. Das heißt nicht, dass man auf ewig so schlank wie Claudia Schiffer bleiben oder sein muss. Aber auch nicht, dass man unbedingt wie Melissa Mc Carthy endet. Erschwerend kommt hinzu, dass laut neuesten Erkenntnissen Frauen ab den Wechseljahren rund 400 Kcal am Tag weniger verbrauchen (!). Dieses neue Wissen erklärt natürlich vieles und zeigt auch, was es für eine Selbstkasteiung bedeuten muss, wenn man trotz dieses wenigen Verbrauchs und den anderen Veränderungen, die mit den Wechseljahren einhergehen, noch schlank bleibt.
Viele Hollywoodstars leben es auf schmerzliche Weise vor. Bestes Beispiel dafür: Gwyneth Paltrow. Die stets dünner werdende Hollywood-Schauspielerin machte aus der Not eine Tugend und lebt, neben ihrem Einkommen aus Filmen, ganz prächtig von der Verbreitung ihrer Ernährungsphilosophie. Diese wäre kurz gesagt der Verzicht auf alle Getreideprodukte, Kartoffeln, jegliche Form von Zucker, Obst, Milch- und Sojaprodukte und Fleisch. Im Grunde lebt die Gute ausschließlich von fettfrei gegartem Gemüse, etwas Fisch und in Wasser eingelegten Mandeln. Christiane Hörbiger, das österreichische Schauspieler-Urgestein, hingegen beteuerte erst kürzlich schon seit Jahren nur noch 1 x am Tag zu essen. Und zwar einen Salat.
Wer bei diesen News nicht depressiv wird, hat die tiefere Nachricht, die uns diese Damen vermitteln wollen, nicht verstanden. Denn diese lautet kurz und prägnant: Iss fast nichts mehr und Du bleibst schlank.
Aber um Himmelswillen: Wer will das schon? Es muss doch andere Wege geben!

Wie bleibt man oder wird man denn nun wirklich schlank?
Könnte ich diese Frage mit ein paar Sätzen beantworten, wäre ich vermutlich die reichste Person auf Erden. Denn während in der Antike oder der Renaissance mollige Frauen noch geschätzt und als schön befunden wurden, entscheidet heute mehr denn je die Körperfülle über den gesellschaftlichen Status. Man kann schon fast sagen, dass schlank und gesund zu sein sogar noch über Reichtum steht. Wer sich daher im großen Stil nach der Anerkennung der breiten Öffentlichkeit sehnt, ist einfach alles. Schlank, sportlich, gesund und reich. Zurück zum Thema und der eigentlichen Frage, wie man denn nun sein Gewicht halten kann. Im Grunde weiß ich noch nicht recht, ob ich eine finale Lösung gefunden habe, denn schließlich befinde ich mich noch am Anfang der 40 und damit in einer ernährungsphilosophischen Findungsphase. Und dennoch habe ich, über die letzten 20 Jahre, einiges an Möglichkeiten des Gewichtsverlusts kennengelernt und erfahren.

Die Krise
Dem effektivsten Weg habe ich auch den Namen des Artikel gewidmet, wenngleich dieser nicht (unbedingt) durch das eigene Tun herbei gezaubert werden kann: die Krise. Eine psychische Krise ist (zumindest bei mir) der absolut effektivste Weg abzunehmen. Denn hier setzt aufgrund einer heftigen Situation (Verlust, Trennung, Depression etc.) ein natürlicher Appetitzügler ein und sorgt, ohne dass man darunter bewusst leiden würde, für einen schnellen und heftigen Gewichtsverlust. Positiv betrachtet kann man sich, auch wenn man inmitten einer fürchterlichen Krise steckt, zumindest über den Gewichtsverlust freuen. Negativ daran ist sicherlich, dass man für den Gewichtsverlust einiges an seelischen Leids verkraften muss. Und was mich betrifft, so bleibe ich lieber an ein paar Kilo mehr kleben, als in die nächste Depression zu stürzen.

Das Verlieben
Das Positiv-Pendant zur Krise ist ebenfalls höchst effektiv. Denn flattert es im Bauch und kribbelt es im Herzen, ist Essen oftmals das Letzte, woran man seine Gedanken verschwendet. Die Hormone schießen nur so durch den Körper und alles fühlt sich leicht und gut an. Sich zu verlieben ist sicherlich eine sehr schöne und positive Weise, um sein Gewicht zu regulieren. Mit viel Fantasie und etwas Zeit kann man den Zustand des Verliebtseins sogar selbst herbeiführen, auch wenn gerade kein realer Partner zur Verfügung steht. Wie man den Zustand „künstlich“ erreicht?
Man sehe sich einen Liebesfilm an. Am besten einen, den man entweder schon kennt oder einen, in dem ein Schauspieler, für den man bereits etwas übrig hat, eine Hauptfigur spielt. Fühlt man sich von der Story mitgerissen und fühlt ebenfalls ein seichtes Kribbeln im Magen heißt es, das Gefühl noch weiter zu intensiveren. Seht euch den Film am besten gleich im Anschluss nochmal an, oder auch einfach nur die schönsten Szenen. Und wann immer es geht, setzt euch die Kopfhörer auf, hört Musik und stellt euch vor, wie ihr eine romantische Beziehung mit der Hauptfigur führt. Dies erfordert etwas Zeit und Vorstellungskraft – aber, wenn ihr es schafft, habt ihr einen gesunden und ganz natürlichen Appetitzügler selbst hervorgerufen.
>> Teil 2 folgt am 30. Oktober. Nicht verpassen und Beiträge über joslin.de.lynn@gmx.de abonnieren. Stichwort: joslin.myblog Abo.

15.10.19 13:26

bisher 3 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Diethelm (18.10.19 23:35)
Ganz einfach, liebe Joslin: eiserner Wille, fdH, dann wird sich Dein Magen (wie bei mir) automatisch verkleinern - von vorneherein planen und nicht "nachscheppen", ich halte mein Gewicht nun schon mehrere Jahre, hatte nach dem Weggang meiner Frau vor 10 Jahren massiv abgenommen, aber nicht am Bauch, sondern am Po, konnte kaum noch sitzen, dann aß ich (bis heute!) morgens nur einen Joghurt, mittags Kinderportion und abends eine halbe Scheibe Brot, und das halte ich bei.
Gruß
Diethelm


Lifeminder / Website (19.10.19 07:15)
Liebe Joslin!

Sport, ist und bleit die Beste Diät fürchte ich?
Zeit um mal um den Block zu gehen findet man fast immer. Nicht immer muss man Leistungsmäßig was machen, um seinen Körper etwas gutes zu tun.

Ich freue mich, dass du insgesamt so positiv das Thema unter die Lupe nimmst, nicht im Jammerton und Klagefall über deine 3-4 Kilos berichtest.

Warum ich dir meine Website hinterlassen habe, ach dahinter steckt keine große Intention. Sondern ich fand es einfach einen fairen Deal, wenn ich deinen Blog kenne, das du auch meinen kennst.

Habe ein schönes Wochenende, bereits jetzt freue ich mich auf den 30. Oktober um Teil 2 deines Blogs zu lesen.

LG
Lifeminder


MondSchwester / Website (7.4.20 13:04)
Ich persönlich halte von Diäten wenig. Die häufigste Ursache von Gewichtszunahme ist Bewegungsmangel. Wenn man abnehmen möchte, sollte man am besten Sport (Ausdauersportarten sind am günstigsten) und Ernährungsumstellung (zum Beispiel Salzgurken anstatt von Chips am Abend) kombinieren und sich realistische Ziele setzen.

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