Die Mir-geht’s-nicht-gut-Diät (Teil 2)

Nachdem Krisenzeiten als auch Zeiten von großer Freude, wie dem Verliebtsein, eine höchst effektive Möglichkeit des Gewichtsverlusts darstellen, sind beide Situationen jedoch teils schwer bewusst herbeizuführen. Während das Verliebtsein, wie bereits in Teil 1 beschrieben, mit etwas Fantasie und Vorstellungskraft eventuell noch selbst verursacht werden kann, sollte man im Falle von Krisen gar nicht erst daran denken, diese bewusst zu initiieren. Der Gewichtsverlust wiegt mögliche Folgen wie z. B. einer Depression oder Suizidgedanken bei Weitem nicht auf.
Doch welche „normalen“ Möglichkeiten zur Gewichtsreduktion oder auch zum Halten des Gewichts gibt es noch, die wirklich funktionieren?


An dieser Stelle sei gleich gesagt: Es gibt so viele Diäten auf dieser Welt, wie es Tierarten gibt. Nahezu alle führen letztlich zu einem Gewichtsverlust, wenn man sich daran hält. Die Frage ist nur immer, welche davon hält man (auch dauerhaft) durch.
Ich habe sicherlich nicht alle Diäten und Ernährungsweisen dieser Welt probiert noch studiert. Aber nach einer überschaubaren Menge an Diät-Versuchen kann ich doch zumindest zwei Diäten / Ernährungsweisen als durchaus lebbar und alttagstauglich bezeichnen und daher durchweg empfehlen:



Die Low-Carb-Diät bzw. -Lebensweise


Jahrelang ging es um „Low Fat“, bis Studien zeigten, dass Menschen, die Fett reduziert und dafür mehr Kohlenhydrate aßen, ein erhöhtes Sterberisiko aufwiesen. Auch empfahl man viele Jahre wider besseren Wissens Diabetikern, ihre Ernährung mit mindestens 50 bis 60 Prozent aus Kohlenhydraten zu bestreiten. Wider besseren Wissens, weil Typ-1-Diabetiker Insulin benötigen, welches aber nahezu ausschließlich zur Verarbeitung von Kohlenhydraten benötigt wird. Je weniger Kohlenhydrate, je weniger Insulin muss verabreicht werden, was viele gesundheitliche Vorteile birgt. Bei Typ-2-Diabetikern kann das fast vollständige Vermeiden von Kohlenhydraten dazu führen, dass sich die Bauchspeicheldrüse wieder erholt und die ehemaligen Diabetiker wieder völlig gesunden. Dieser Effekt ist nicht nur auf die Low-Carb-Lebensweise, sondern auch auf den damit fast immer verbundenen Gewichtsverlust zurück zu führen.


Inzwischen ist die Low-Carb-Diät mit die häufigste Ernährungsweise Hollywoods und anderen Menschen der Öffentlichkeit, für die eine schlanke Figur unerlässlich ist.



Ganz praktisch betrachtet, wird bei Low-Carb einfach der Kohlenhydratanteil der Ernährung weitestgehend reduziert. Kohlenhydrate sind vor allem in Getreideprodukten (Brot, Brötchen, Kuchen, Nudeln), Kartoffeln, Reis, Obst und Zucker enthalten. Aufgrund der Popularität der Lebensweise, bedeutet dies aber erfreulicherweise nicht mehr grundsätzlich, einen großen Verzicht hinnehmen zu müssen. Inzwischen gibt es Eiweißbrot, Eiweißnudeln und kohlenhydratarme oder auch –freie Zuckerersatzstoffe, die es ermöglichen, viele altgewohnte Gerichte mit Ersatzlebensmitteln zuzubereiten. Damit wäre auch schon der große Vorteil beschrieben, denn bei Low-Carb muss man – einmal umgestellt – nicht auf vieles verzichten und nimmt dennoch ab.



Ich habe 2 Jahre lang nach Logi gelebt und nahm ab und konnte dann mein Gewicht lange halten. Aufgrund verschiedener Faktoren jedoch, kam ich dann ins Schludern (Tochter kam in Pubertät, aß plötzlich nur noch Nudeln und Reis… grrr).
Wer die Diätform noch nicht kennt und nun Blut geleckt hat, dem möchte ich folgende Bücher empfehlen:


Das große LOGI-Kochbuch


Schlank mit Low-Carb




Das 16/8 Intevallfasten

Diese „Diät“ ist eigentlich so einfach umzusetzen, dass es schon fast zu viel wäre, mehr als zwei Sätze dazu zu schreiben. Denn kurz gesagt fastet man 16 Std. am Stück und isst nur in den restlichen 8 Std. des Tages. Um es an einem praktischen Beispiel fest zu machen: Man fängt morgens um 9 Uhr an zu essen und nimmt die letzte Mahlzeit um 17 Uhr zu sich. Die einzige Herausforderung ist es dann nur noch, bis man ins Bett geht, nichts mehr zu sich zu nehmen (von Wasser oder Tee abgesehen).
Dies birgt viele, auch wissenschaftlich bereits bestätigte, Vorteile für den Körper:

• Der Insulinspiegel im Blut sinkt so stark ab, dass die Fettverbrennung erleichtert wird.
• Der Blutspiegel des Wachstumshormons HGH erhöht sich um das 5-fache und erleichtert damit die Fettverbrennung und den Muskelaufbau und hat zahlreiche weitere Vorteile.
• Die zelluläre Reparatur wird angekurbelt und hilft somit, Gifte und Abfallstoffe aus dem Körper zu schleusen – im Grunde wirkt das Fasten wie eine Tiefenreinigung für den Körper.


Ganz nebenbei verliert man fast immer automatisch Gewicht und muss zunächst auf nichts verzichten. Wenn man sich allerdings in der Zeit, in der man Essen kann, auch noch gesund ernährt, verliert man noch schneller an Gewicht und kann dieses später auch besser und länger halten.


Ich habe bisher absichtlich vermieden zu schreiben, dass Sport beim Abnehmen hilft. Sport hilft bei nahezu jedem Problem: Krebs, Rheuma, Diabetes, Mukoviszidose, Depression, Angstzustände etc. Sport ist nachweislich immer, immer gut. Und daher natürlich auch beim Abnehmen förderlich. Doch nicht jeder kann und mag Sport machen. Deshalb funktionieren die hier angeführten Diäten auch bei wenig Bewegung.

------------------------------------------------------------------------------------------------------

Ich persönlich probiere gerade das Intervallfasten und komme gerade ganz wunderbar damit klar. Sollte ich doch mal später essen müssen, dann strecke ich die Zeit eben am nächsten Morgen noch etwas und esse dann erst wieder um 10 oder 11 Uhr. Manchmal ist es schon eine Herausforderung, weil mein Körper hin und wieder trotzdem schon um 7 Uhr oder 8 Uhr morgens essen will. Ich gebe ihm dann aber „zur Beruhigung“ Tee. Und nochmals Tee. Und dann geht es wieder.


Gerne werde ich berichten, wie weit ich damit gekommen bin.
Allen anderen wünsche ich auf dem Weg zum Gewichtsverlust ganz, ganz viel Erfolg. Und Leute – egal, für was ihr euch entscheidet – quält euch nicht! Es ist schon schlimm genug für den Körper, Gewicht zu verlieren. Denn Kilos gibt er evolutionär bedingt nur äußerst ungern her. Diesen Widerstand spüren viele, sowohl körperlich als auch psychisch. Daher sollte eine Diät einem wirklich zusagen.

28.11.19 11:17

bisher 3 Kommentar(e)     TrackBack-URL


gebsy (28.11.19 17:20)
Danke Joslin, das ist wirklich aus dem Leben geschrieben


Diethelm / Website (25.12.19 20:07)
Liebe Joslin, ich habe 2x in meinem Leben gefastet, also 1 Woche NICHTS gegessen, nur dann stellt der Körper auf innere Ernährung um. Jedesmal 7 kg abgenommen, aber auch schnell wieder drauf. Und dann verließ mich vor 9 Jahren meine letzte Frau, und ich war ja bereits behindert durch morbus bechterew, aber dann wurde meine Mutter zusätzlich dement! Ich kannte fast nichts bei mir behalten bis auf Früchte-Joghurt, und so esse ich seit der Zeit morgens einen Joghurt und nehme damit meine Tabletten. Und ich konnte nicht mehr ohne Hilfe laufen, ich nahm ab,. aber nicht am Bauch, sondern am Po, konnte kaum noch sitzen, als nach 4 Jahren meine Mutter ins Heim und ich ins Krankenhaus kam (2 L Blutverlust), hatte sich mein Magen bereits verkleinert, und zu Hause wartete ein Rollstuhl auf mich. Seit der Zeit halte ich mein Gewicht, esse mittags eine Kinderportion und abends eine halbe Scheibe Brot, und es geht mit kleinen Schritten aufwärts! Wenn ich mir im Bistro Essen hole, reicht das für 2 - 3 Tage, und ich habe keinen Hunger!
Ich wünsche Dir und den Deinen ein Frohes Weihnachtsfest!


MondSchwester / Website (20.1.20 18:29)
Also von Diäten halte ich nicht viel. Ich kann empfehlen, ein ehrliches Ernährungstagebuch zu schreiben und sich erst einmal eine Überblick zu verschaffen und mal auszurechnen was man denn wann so ist. Zum Abnehmen hilft mittelfristig regelmäßiger Sport, am besten Ausdauersport und mindestens 2 mal in der Woche (bsp. Schwimmen, Joggen).

Name:
Email:
Website:
E-Mail bei weiteren Kommentaren
Informationen speichern (Cookie)

Die Datenschuterklärung und die AGB habe ich gelesen, verstanden und akzeptiere sie. (Pflicht Angabe)


 Smileys einfügen